Das Fünfmarkstück galt vor 1914 als übliches Handgeld für angeworbene Seemänner. Heiermann fußt also auf dem Begriff "Heuer". Das Handgeld machte den Dienstvertrag verbindlich.
"Heuer" wiederum bedeutet "Lohn des Matrosen". Der Begriff geht zurück auf das mittelniederdeutsche Wort hür(e) "hure", (mittelhochdeutsch ,"hûr"), was gleichbedeutend ist mit Miete, Lohn oder Pacht. Der Begriff geht bis in die frühe Neuzeit zurück. Es gilt aber auch , daß "hei" in der Händlersprache die Bezeichnung für "fünf" ist, wobei dieser Ausdruck wahrscheinlich von "he" = fünfter Buchstabe im hebräischen Alphabet abstammt. Der erste Teil des "Heiermanns" ist somit geklärt. Der zweite Teil, das Anhängsel "- mann", bezeichnet in der regionalen Umgangssprache des Ruhrgebiets, aber auch darüber hinaus nicht nur Personen, sondern auch Gegenstände und Sachen. Schon im 18. Jahrhundert gab es Münzen, die Fettmännchen oder Petermännchen genannt wurden. Und auch heute noch gibt es den Flachmann, eine kleine Flasche aus Glas oder Metall, in der Schnaps gluckert. "Henkelmann" nennen wir ein Gefäß zum Transport von Speisen, die man zur Arbeit mitnimmt, (oder mitnahm), und unter einem "Blaumann" verstehen wir Arbeitskleidung in der charakteristischen Farbe. Etwa ab 1900 lag den Deutschen der "Heiermann" auf der Zunge. Und wenn heute auch kaum noch einer weiß, woher das Wort für den Fünfer kommt, wird es noch immer benutzt. Selbst der Euro scheint dem "Heiermann" (noch) nicht den Garaus gemacht zu haben. |