| Bocholt (CS). "Man muss sich jeden Tag auf etwas Neues einstellen", beschreibt Stephan Tenbrock das, was ihn an seinem Beruf am meisten fasziniert. Und damit befinden wir uns auch schon mittendrin in den Schwierigkeiten des Berufes, den der 19-ährige -Bocholter ergriffen hat.
 
Denn neben der Vielfalt der Aufgaben, ist es vor allem die fast unüberschaubare Fülle an Material, die den Gas- und Wasserinstallateuren das Arbeitsleben erschwert. "Wir haben in unseren Betrieb allein 250 000 gängige Ersatzteile im Computer gespeichert", erzählt Hans-Joachim Gnaß. Der Meister seines Fachs hat Stephan vor knapp drei Jahren eingestellt. Zuvor hatte sich der Hauptschüler mit Realschulabschluss schon intensiv mit dem Berufsbild befasst.
"Aus den Erzählungen meines Onkels, der Klempner ist, wusste ich bereits einiges. Darüberhinaus habe ich mehrere Praktika gemacht", | | berichtet der junge Bocholter. Am besten gefallen hat es ihm bei Gnaß und daher hat er sich dort auch beworben. Erfolgreich, wie man sieht. Im Frühjahr 2003, dreieinhalb Jahre nach Ausbildungsbeginn, wird Stephan seine Lehre abschließen: "Wenn nichts dazwischenkommt", lacht er.
Doch danach sieht es nicht aus. Leichte Reparaturen, wie das Wechsel n von Armaturen und Waschbecken, darf er schon vollkommen allein erledigen. Von Anfang an konnte Stephan relativ selbstständig arbeiten, die Aufgaben wurden mit der Zeit allerdings immer anspruchsvoller. In der Berufsschule - zu den theoretischen Voraussetzungen die Interessenten mitbringen sollten, zählen mathematisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen - gewann der Fachunterricht mehr und mehr an Bedeutung. Vor allem auf Materialkunde wird aus eingangs erwähnten Gründen Wert gelegt. Da sich ein Großteil seiner Arbeit auf Baustellen und in Privathaushalten abspielt, gehört auch der Kundenumgang zu den Anforderungen, denen der serviceorientierte Installateur gerecht werden muss. | | Nach seiner Ausbildung wird Stephan Tenbrock möglicherweise auch einmal am Wochenende arbeiten müssen. Notdienst ist angesagt, denn wer harrt schon gern mit einem Rohrbruch bis zum Montagmorgen aus? Da Stephan nach der Ausbildung erst einmal als Geselle weiterarbeiten und sich nicht gleich auf die Meisterschule stürzen möchte, bleibt ihm wohl auch noch Zeit für sein Hobby: Er ist Jugendgruppenführer beim Malterser Hilfsdienst. Sein Rat für alle, die sich für seinen Beruf interessieren: "Mehrere Praktika in verschiedenen Unternehmen absolvieren, nicht zuletzt auch damit man das Betriebsklima kennen- lernt." Um seine Zukunft muss sich Stephan, nach Aussage seines Meisters wohl auch keine Sorgen machen. "Im Sanitärbereich werden wir immer Arbeit haben, es ist nun einmal ein Handwerksbereich." | | |